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Auf Tagestouren wird man als Reiseradler oft gefragt, was man denn so auf eine Tour so alles mitnimmt. Gängige Antworten darauf lauten meistens: "Wichtiger ist, was man alles zu Hause läßt!" oder, wie mein Großvater immer zu sagen pflegte: "Gepäck halbieren - Reisekasse verdoppeln". Nirgends ist diese Binsenweisheit so wahr wie auf einer Radreise! Ich fahre nächste Woche(*) auf eine dreiwöchige Tour nach Frankreich ins Juragebirge und habe mal zusammengestellt, was ich in meine Taschen am Reiserad packen werde.

Das alles sollte, wenn man ordentlich packt und keine allzu sperrigen oder voluminösen Größen mitnimmt, in zwei hintere Gepäcktaschen, einen Zeltsack und eine Lenkertasche passen. Lappt nach den ersten Packversuchen wider Erwarten doch noch etwas Ausrüstung über, muß eben noch etwas zu Hause bleiben. Will man nicht auf eingeplantes Ausrüstungsmaterial verzichten, muß man doch noch den Lowrider (vorderer Gepäckträger an der Gabel) montieren und die Fronttaschen mitnehmen. Dann finden auch luxoriösere Ausrüstungsgegenstände wie Kocher und ein Satz "ordentlicher" Kleidung für einen drei-Sterne-Restaurant-Besuch noch Platz. Ich hoffe, daß kurz nach der diesjährigen Tour de France auch Menschen in Radfahrkleidung Zutritt zu Restaurants in Frankreich haben - es müssen ja nicht immer drei Sterne sein. Was den Kocher betrifft: Ich denke, man kann sich in Frankreich auch gut drei Wochen lang von Sonne, frischer Luft, Baguettes, Käse, Obst, Wasser und Rotwein ernähren.
Die obige Auflistung muß natürlich auf das jeweilige Urlaubsziel entsprechend dem dortigen Klima zur Reisezeit etwas angepaßt werden. Man kann natürlich nicht im Sommer nach Südfrankreich dasselbe Equipment einpacken wie im Herbst nach Skandinavien. Ob man aber nur ein paar Tage oder mehrere Wochen unterwegs sein wird, ist bei der Gepäckplanung eher zweitrangig - man nimmt auf eine längere Tour normalerweise nicht mehr mit. Kleidung kann unterwegs gewaschen werden, Proviant kauft man eh "on the road", und mehr als _einen_ Kocher, _eine_ Kamera und _ein_ Zelt braucht man auch auf einer langen Tour nicht.
In diesem Sinne: Speich und Achsbruch!
Au revoir!
Robert
(*) Diesen Artikel schrieb ich im August 1997.
| [ Letzte Änderung am 20.10.2002 | Inhalt & Gestaltung © Robert Hecht ] |